Pädagogischer Ansatz

Leitbild

Alles Erste bleibt ewig im Kinde,
die erste Farbe, die erste Musik, die erste Blume,
malen den Untergrund des Lebens,
deshalb gilt nur ein Gesetz:
„Beschützt das Kind vor allem Heftigen“.
(Jean Paul)


Diese Worte von Jean Paul beinhalten bereits einen wichtigen Aspekt, der grundlegend ist für den Umgang mit den uns anvertrauten Kindern.

Um dem Kind zu einem stabilen Fundament für seine gesunde Entwicklung bis zur Schulreife zu verhelfen, verstehen wir es als unsere wichtigste Aufgabe, ihm zu vermitteln: „Die Welt ist gut.“ Das dem Kinde noch eigene Urvertrauen pflegen wir durch ein verbindliches Miteinander. Der sich wiederholende Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus, feste Bezugspersonen und die Achtsamkeit im Umgang mit den Kindern sind dabei wichtige Grundlagen unserer Arbeit.

Gerade heute, in unserer schnelllebigen Zeit, wollen wir ein Kontrapunkt, ein Ort der Ruhe und Geborgenheit sein. Das Kind soll bei uns Zeit haben, sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln. Unsere innere, wohlwollende und zugewandte Haltung schafft die Atmosphäre, in der das Kind ins freie Spiel eintauchen und seine Phantasie ausbilden kann. Dies wird unterstützt durch unsere natürlichen Spielmaterialien und die zurückhaltende, naturnahe Raumgestaltung.

Durch den täglichen Aufenthalt im Freien, im Garten, auf dem Spielplatz oder im Wald darf das Kind die vier Jahreszeiten und jedes Wetter erleben. Es kann u. a. reale Tastsinnes- und Gleichgewichtserfahrungen machen. Alle Sinne werden angeregt und gefordert und dadurch besonders fein ausgebildet.

Wir sind, unserer Lage und Kultur entsprechend, ein christlich geprägter, aber nicht konfessionell gebundener Waldorfkindergarten. Daran orientieren sich unsere wertschätzende Grundhaltung und der unvoreingenommene Umgang mit den Kindern und ihren Eltern.

Wir pflegen und feiern im Kindergarten die christlichen Jahresfeste. Rituale und Traditionen sind in den täglichen Ablauf fest eingebunden. So bereiten wir gesunde, vollwertige Mahlzeiten regelmäßig mit den Kindern zu und nehmen sie gemeinsam mit ihnen an einem Tisch ein. Außerdem erzählen wir regelmäßig Geschichten, machen Puppenspiele, wiederholen gemeinsam Reime und singen viele Lieder, womit die Grundlage für einen rhythmischen Tageslauf und eine schöne Sprache gelegt wird.

In der Kinderstube werden diese Elemente bewusst ausgenommen, da die Kinder sich noch ganz träumerisch dem immer gleichen Tagesrhythmus hingeben und dabei ihrem impulsiven Spiel folgen können.

Wir möchten den Kindern in allen Bereichen gute Vorbilder sein und ihnen ein nachahmenswertes Verhalten vorleben. Daher achten wir immer wieder selbstreflektierend auf unsere eigenen Verhaltensweisen. Wir besuchen regelmäßig Fortbildungen und tauschen uns wöchentlich zu allen Belangen des Alltags und zu Fragen der Pädagogik im Kollegium aus.

Wir wünschen uns einen vertrauensvollen Umgang mit den Eltern, um die Erziehungsverantwortung für ihre Kinder mit ihnen gemeinsam zu erfüllen, aber auch, um den Erhalt des Feengartens mit seiner Vereinsstruktur mit ihnen zu übernehmen und gemeinsam tragen zu können.

Die Bereitschaft der Eltern, die Gegebenheiten, die sich aus unserem pädagogischen Ansatz ergeben, anzunehmen, ist dabei unbedingt vorausgesetzt.

Selbstverständlich setzen wir den Bildungsauftrag des saarländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft in unserem Kindergarten um. Dies tun wir unter Berücksichtigung der menschenkundlichen Erkenntnisse Rudolf Steiners, die die Grundlage und Motivation all unseres Tuns sind.

Unser Wunsch und Ziel ist es, die Kinder sinnessatt, neugierig, zufrieden, wach und gesund und mit allem ausgestattet, was die Bewältigung des zukünftigen Lebens ihnen abverlangt, in die Schule zu entlassen.

 

Kinderstube

Die Pädagogik in unserer Kinderstube fußt auf dem pädagogischen Impuls Emmi Pikler, und wird durch die Prinzipen der Waldorfpädagogik bereichert.

So ist die immer wiederkehrende, achtsame Begegnung bei der Pflege bedeutungsvoll. Hier wird das Grundbedürfnis nach Geborgenheit, ungeteilter Aufmerksamkeit, Wertschätzung, und Kommunikation befriedigt. Das Kind erlernt auf diese Weise, ein Gefühl für sich, seinen Körper und für Abläufe. Es erlebt Sicherheit in der Wiederkehr und verbindet Worte mit Handlungen. Hierzu ist die Pflegezeit ausreichend bemessen, das Kind nimmt aktiv an ihr teil und Erzieher und Kind kooperieren miteinander und halten Blickkontakt. Die Erwachsenen gehen auf die Reaktionen des Kindes ein. Dabei hat die ruhige und gelassene Durchführung im individuellen Rhythmus des Kindes oberste Priorität. Nicht aber eine beschleunigende oder gar lenkende Rolle.

Das Kind bringt alle Fähigkeiten zur freien Bewegungsentwicklung selbst mit und benötigt dazu eine vorbereitete Umgebung, die dem Alter und Entwicklungsstand angemessen ist. Dies impliziert genügend Gelegenheit und „Erlaubnis“, sowie Erwachsene, die an seinen Erkundungen wohlwollend und interessiert Anteil nehmen.

Zum Freien Spiel braucht es vor allem Zeit, Ruhe und geeignete Materialien. So ist es auch schon bei den Kleinsten möglich, sich für eine Beschäftigung zu entscheiden und befriedigend „schöpferisch“ tätig zu sein. Das Kind wirkt als Forscher und Gestalter seiner Umgebung. Der Erzieher hat dabei die Aufgabe, dem Kind eine anregungsreiche Umgebung zu schaffen und eine aktiv begleitende und unterstützende Rolle einzunehmen.

Hierzu möchten in allen Belangen des Alltags nachahmenswerte, transparente Vorbilder sein. Vorbild und Nachahmung sind tragende Säulen in unserem Alltag.

Wir sind uns sicher; der sinnvoll und freudig tätige Erwachsene wirkt sehr wohl auf das Seelische im Kind, in dem er dem Kind die Möglichkeit gibt, in die Tätigkeiten einzusteigen oder sich einer anderen Tätigkeit bzw. seinem eigenen Spiel zuzuwenden.

Der letzte, und auch immer wiederkehrende Aspekt sind Rhythmus und Wiederholung

Da das kleine Kind noch kein Zeitgefühl hat, ist ein klar strukturierter Tagesablauf wichtig.

Lieder, Verse und Reime leiten und begleiten uns bei Tätigkeiten durch den Alltag, sie schenken Kindern Sicherheit und helfen den Kindern sich in der Welt zu finden. Das Wiederholen von Ritualen, eine regelmäßige Speisenfolge, der immer wiederkehrende Tages-, Wochen und Jahresrhythmus ist dabei ganz selbstverständlich.

Die Sinnespflege ist nach Beherzigung allem Erwähnten ganzheitlich möglich.

 

Kindergarten

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das in der Nachahmung und im Spiel lebende und lernende Kind. Auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners ist unser zentrales Anliegen:

  - die Individualität des Kindes zu wahren
  - seine Entwicklung im ersten Lebensjahrsiebt zu fördern
  - es in der Entfaltung seiner Persönlichkeit zu unterstützen
  - seine Sinne in ihrer Gesamtheit anzuregen
  - ihm Selbstbewusstsein für seinen Lebensweg mitzugeben
  - seine Phantasie zu erhalten bzw. anzusprechen
  - seinen Gemeinschaftssinn zu stärken

Grundlegend für unsere pädagogische Arbeit ist es, dem Kind Vorbild zu sein – durch unsere innere Haltung zu Wahr-haftigkeit und Gerechtigkeit, durch entsprechendes Handeln sowie durch Freude und Humor und nicht zuletzt durch unsere Sprache und durch unsere Bewegung. Wir begegnen dem Kind vorurteilsfrei, offen und mit Wert-schätzung. Jedes Kind soll sich liebevoll angenommen fühlen, um selbst die Fähigkeit zu entwickeln, andere zu akzeptieren.